Erfahrungen austauschen und neue Lernwege nutzen in den
Führungskräfte Foren und Praxisseminaren des Behörden Spiegel


Wissensmanagement in der öffentlichen Verwaltung
Der Schlüssel für nachhaltigen Erfolg
Gegenstand des Seminars

Im Zeitalter der Globalisierung, des Internet und der wachsenden Verfügbarkeit von Wissen stehen die einzelnen Mitarbeiter wie auch ganze Organisationseinheiten unter wachsendem Druck, das von ihnen zur Bewältigung des operativen Geschäftes benötigte Wissen bestmöglich zu gewinnen, aufzubereiten, zu speichern und weiterzugeben. Um erfolgreich im Wettbewerb agieren zu können, sehen sich Organisationseinheiten dabei zwei Herausforderungen ausgesetzt:

  • Das verfügbare Wissen möglichst effizient und effektiv zu nutzen.
  • Benötigtes externes Wissen in hervorragender Qualität zu finden und in die eigenen Strukturen zu implementieren.

Diese Herausforderungen bewegt Unternehmen, Behörden und andere Einrichtungen wie Hochschulen oder Forschungseinrichtungen gleichermaßen. Moderne Informations- und Kommunikationslösungen bieten hierzu neue Möglichkeiten der Unterstützung im Umgang mit Informationen. Für die öffentliche Verwaltung in Deutschland sind die Rahmenbedingungen zum Ausbau und Implementierung digitaler Lösungen im E-Governmentgesetz (2013) und der Digitalen Agenda (2014) definiert worden. Die Herausforderungen im internationalen Wettbewerb sind groß. m Jahr 2011 haben beispielsweise nur 50 % der Deutschen mit Ämtern digital kommuniziert, in Skandinavischen Ländern waren es bereits 75 % (Quelle: BITKOM).  Die IT Dienstleister stehen bereit und werben für ihre Lösungen zur Entwicklung einer „High-Tech“ Verwaltung wie der E-Akte, Cloud Computing, Mobilen Lösungen, IT-Sicherheit, Geoinformationssystemen und weitere „Smart City“ Lösungen, Portalinfrastrukturen zur Verbesserung der Kommunikation mit den Bürgern, App-Lösungen usw.. Deren Einbindung in die Arbeitsprozesse bedingen wiederum besondere Qualifikationen. Wirtschaftsinformatiker sind daher auch sehr gefragt auf dem Arbeitsmarkt und oftmals für kleinere Organisationseinheiten nicht finanzierbar. Auswege bieten externe Dienstleister oder Weiterbildungen wie das hier angebotene Seminar. Darin erhalten Sie einen Überblick über effiziente und effektive Methoden des Wissensmanagements sowohl in Bezug auf die Generierung neuen Wissens als auch auf die Archivierung und permanente Verfügbarkeit bestehenden Wissens für alle Mitglieder einer Organisation. Gemeinsam mit Experten und erfahrenen Wissensmanagern erhalten Sie Einblick in die moderne Archivierung, Speicherung und Verwendung von Know-how. Für die öffentliche Verwaltung wächst zunehmend der Bedarf an Wissensmanagementlösungen, da in den meisten Einrichtungen die Arbeitsbelastung aufgrund von Einsparungen auf immer weniger Schultern verteilt wird. Zudem stehen die MitarbeiterInnen vor der Herausforderung, wegen der häufigen Wechsel fachlicher Zuständigkeiten, sich schnell in neue Arbeitsgebiete einarbeiten zu müssen. Beide Herausforderungen können durch Ansätze des Wissensmanagements, insbesondere durch die digitale und analoge, also mündliche Kommunikation, bewältigt werden.  

Zielsetzung

Das Seminar gibt Wissensmanagern einen Überblick über die Erfahrungen Dritter, die erfolgreich die beiden grundlegenden Herausforderungen gemeistert haben. Lernen Sie diese Best-Practice Ansätze kennen und machen Sie sich fit, damit auch ihre Organisation sich den zwingenden Fragen im Umgang mit der alternden Gesellschaft bei zugleich knapper werdenden Ressourcen stellen kann. Im Seminar „Wissensmanagement in der öffentlichen Verwaltung: Der Schlüssel für nachhaltigen Erfolg“ am 19. und 20. September 2016, Berlin, erhalten TeilnehmerInnen die Möglichkeit, den Mehrwert von Wissensmanagementansätzen näher kennen zu lernen. Sven Wuscher, Fraunhofer-Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik IPK, Berlin, stellt den Einführungsprozess von Wissensmanagement vor und zeigt anhand dieses systematischen Vorgehens sinnvolle Werkzeuge, Unterstützungsinstrumente sowie Beispiele, die sich in der Praxis bewährt haben. Ulrich Zuber, Bundesverwaltungsamt, Köln, bringt seine umfangreichen Erfahrungen in der Digitalisierung der Verwaltung im Fokus von Kollaboration, Wissensentwicklung und Einbindung von Wissensmanagementsystemen ein. Bernd Janson, Innovationsberater, Wissen zu Wirtschaft (WzuW), Essen, führt in die Thematik des Wissensmanagements ein, zeigt die aktuellen Tendenzen in der Anwendung von Wissensmanagementsystemen auf und entwickelt mit den TeilnehmerInnen gemeinsam erste Schritte zur Entwicklung eines optimalen Ansatzes für deren Organisationen.

Seminarablauf

Themenüberblick 1. Tag, 09:30-17:00 Uhr:

Bedarf an Wissensmanagementsystemen in der öffentlichen Verwaltung und erste Schritte

  • Entstehung von Wissen
    • Informationen und Wissen als Rohstoff
    • Informations- und Wissensverarbeitung zu Know-how
    • Abrufbares und nachhaltiges Know-how
  • Einführung und Notwendigkeit des Wissensmanagements
    • Angebotsbedingte Gründe (Wachsende Verfügbarkeit von Informationen)
    • Technische Gründe (Recherchemethoden, Archivierungskapazitäten)
    • Wettbewerbsorientierte Gründe (Globalisierungsbedingter Wettbewerbsdruck, Wettbewerb in Märkten und zwischen Behörden (make or buy Entscheidungen))
    • Wissen als Produktionsfaktor (einzelwirtschaftliche Perspektive)
    • Wissen als Wachstumsfaktor (gesamtwirtschaftliche Perspektive)
  • Archivierung bestehenden Wissens
    • Sammlung von Know-how (Artikel, Bücher, Notizen)
    • Einspeisung von Know-how (Problemlösungen) als Text oder Video
    • Interne Lösung: Relationale Datenbanken
    • Externe Lösung/Internetbasierte Lösung: Cloud-Computing
    • Umgang mit Fluktuation von Mitarbeitern: Nachhaltige Sicherung des Know-hows
  • Einführung in die Logik von Wissensmanagementsystemen
    • Wissensindentifikation
    • Wissensdiffusion
    • Wissensbewahrung
    • Wissensumsetzung

Wissensmanagement erfolgreich einführen

Wissensmanagement hilft ihrem Unternehmen sowohl die strategischen Geschäftsziele zu erreichen, als auch ihre operativen Abläufe zu optimieren. Das Competence Center Wissensmanagement (CCWM) am Fraunhofer IPK bietet Methoden und Instrumente an, die das gesamte Spektrum abdecken: von der strategischen Planung über die Integration von Wissensmanagement in Geschäftsprozessen bis zur nachhaltigen Umsetzung und Überwachung der Wissensmanagement-Maßnahmen. Als Leitlinie zu systematischen Einführung von Wissensmanagement in Ihrem Unternehmen dient das folgende Vorgehensmodell: Im ersten Schritt unterstützt die Wissensbilanzierung die Ermittlung der strategischen Ausrichtung Ihrer Organisation. Mit dem Wissensmanagement-Audit und der GPO-WM-Analyse werden die operativen Abläufe und kulturellen Rahmenbedingungen evaluiert. In der zweiten Phasen werden adäquate Lösungen aus der Lösungs-Matrix mit über 50 KMU-gerechten Methoden, zahlreichen Best-Practices und vormodellierten Referenzprozessen ausgewählt und reibungslos in die wertschöpfenden Prozesse implementiert. Die abschließende dritte Phase dient der nachhaltigen Sicherung der eingeführten Veränderungen und Konzepte mündet in die fortwährende wissensorientierte Optimierung der Organisation.

  • Arbeitsfelder Competence Center Wissensmanagement (CCWM)
    • Strategische Planung
    • Wissensmanagement-Analyse
    • Integration in Geschäftsprozesse
    • Umsetzung und Überwachung der Maßnahmen
  • Schritte zum optimalen Wissensmanagement
    • Wissensbilanzierung zur Ermittlung der strategischen Ausrichtung einer Organisation
      • Vorgehen und Kernelemente der Wissensbilanz
      • Übung und Fallspiele
    • Methoden des geschäftsprozessorientierten Wissensmanagements
      • WM-Fitness Check
      • WM-Audit
      • GPO-WM
    • Aspekte des operativen Wissensmanagement
      • Der WM-Methodenbaukasten
      • Change-Management und Kommunikation bei der Einführung von WM-Methoden

Themenüberblick 2. Tag, 09:30-17:00 Uhr:

Wissen lebt oder Wissen geht! Keine Verwaltung der Zukunft ohne Wissensmanagement – Wie viel Kollaboration muss sein, wieviel darf es sein? Trend, Chancen und Grenzen des SOCIAL INTRANET

Welchen Herausforderungen müssen sich die Institutionen für eine erfolgreiche Arbeit stellen, welche Chancen haben sie, welche Rahmenbedingungen müssen sie betrachten? Wo sind die Erfolgs- und Risikofaktoren. Insbesondere: Was passiert, wenn sich die Verwaltung zur Modernisierung der Arbeit weiterhin so zaghaft der digitalen Transformation wie bisher stellt?

Seit den 1990er Jahre etablieren Modernisierungsinitiativen einen ständigen Wandel in der Verwaltung durch die Bereiche Organisation, Personal und Informationstechnologie. Funktionsfähigkeit, Effizienzsteigerung und Wirtschaftlichkeit standen dabei immer im Dienst von Einsparungen. Dieser Wandel entwickelte eine Verwaltungswirklichkeit und neue dramatische neue Lage: Nicht mehr strukturierte Linearität, sondern Gleichzeitigkeit und Geschwindigkeit z. B. von Prozessen und Kommunikation prägen das Arbeitssystem. Der bilanzierten Informationsflut stehen keine Filter entgegen. Die Steuerungsinstrumente und das Führungsverständnis wurden nicht entsprechend angepasst.

Der Referent gibt einen praxisorientierten Überblick und Priorisierungen über die notwendigen Aktivitäten zur Transformation der Verwaltung der Zukunft mit Wissens- und Innovationsmanagement. Die Digitale Transformation ist mehr als ein Trend und der Weg dieser Lage zu begegnen: Sie formuliert u. a. Wissensmanagement und Kollaboration als zentrale Gestaltungsmaxime für den Arbeitsplatz der Zukunft. Sie erfordert eine grundlegende Sanierung der Arbeitskultur und hebt die bisherigen Methoden auf den Prüfstand. Dabei findet der Arbeitsplatz der Zukunft in der Gegenwart statt: Er ist eine Projektion von Managemententscheidungen der Gegenwart zur Gestaltung der organisatorischen, personalwirtschaftlichen aber auch technologischen Rahmenbedingungen in die Zukunft. Es wird im Fokus von Wissensmanagement aus der Praxis ein weiter Bogen gespannt, von der erforderlichen Managementausrichtung über die organisatorischen und personalwirtschaftlichen Aspekte bis hin zu technologischen Unterstützung mit den Kernthesen:

  • Modernisierung des Managementsystems und der Arbeitsorganisation – „Nicht die Beschäftigten, sondern die Arbeitsplätze müssen flexibel und mobil werden!“
  • Modernisierung der Personalmanagementmethoden – „Devaluation des Expertentums aufhalten: Konzepte für Kompetenz- und Expertenkarrieren in der Verwaltung und Wertschätzung des informellen Lernens sind zwingend!“
  • IT ist Selbstverständlichkeit – „Ein Arbeitsplatz ist nicht durch IT modern, sondern ein moderner Arbeitsplatz hat IT!“ Die interne IT muss näher ans Business – weg von der klassischen Softwareentwicklung und hin zu Konzeptsoftware.

Handlungsspielräume für Ansätze des Wissensmanagements in der öffentlichen Verwaltung

Diskussion mit Ulrich Zuber, Bundesverwaltungsamt, und Ableitung von Strategien zur Implementierung hilfreicher Best-Practice-Ansätze

Auf dem Weg zum geeigneten Wissensmanagementsystem: Stolpersteine und Projektmanagement

Anforderungen an ein WM-System

  • Ziele und Zielkonflikte
    • Zeit
    • Organisationskultur
    • Kosten versus Nutzen
  • Anreizstrukturen für Netzwerkeffekte:
    • Kritische Masse
    • Digitale Kommunikation
    • Face-to-face Kommunikation
  • Optimalitätsbedingungen ableiten
  • WM-Systeme
    • WM-Systeme in Theorie und Praxis
    • Abgleich mit den hergeleiteten Optimalitätsbedingungen
    • Auswahl des geeigneten WM-Systems

Weiterentwicklung des WM-System

  • Anpassung an die abgeleiteten Bedingungen
  • Einrichtung interner Strukturen
  • Evaluierung: Performance und Zielerreichung
  • Vergleich mit Best-Practice Ansätzen: national und international
  • Weiterentwicklung  und Optimierung des WM-Systems
Referenten
Dr.  Bernd  Janson, WzuW (Wissen zu Wirtschaft). Dr. Bernd Janson, geb. 1968 in Mannheim, studierte Volkswirtschaftslehre in Heidelberg und promovierte anschließend an der Ruhr-Universität Bochum zum Doktor der Ökonomie. Seit 2003 ist er als Unternehmens und Politikberater, insbesondere der Landesregierungen Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen, tätig. Sein Spezialgebiet liegt im Management der Wissensgenerierung (Forschung und Entwicklung) und der Wissensverbreitung bzw. -verwendung (Technologietransfer, Wis-sensmanagement). Bernd Janson entwickelt seit 1997 in enger Kooperation mit Entscheidern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik innovative Begegnungsplattformen auf nationaler und internationaler Ebene, die sich durch lebendige Veranstaltungsformate und enge Kundenbindung auszeichnen. Das „Heidelberger Innovationsforum“, eine erfolgreiche Technologietransferplattform für Geschäftsideen aus der Wissenschaft für die IT-Wirtschaft, ist in Europa ebenso bekannt wie die Reihe „Erfolgreich forschen in Europa“.
Sven  Wuscher, Competence Center Wissensmanagement, Fraunhofer-Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik IPK. Sven Wuscher arbeitet seit 2005 am Fraunhofer IPK. Im Anschluss an das Studium zum Diplomkaufmann spezialisierte er sich im Competence Center Wissensmanagement auf das Themenfeld des strategischen Wissensmanagement. Verantwortlich ist er u.a. für die Entwicklung des „Zukunftscheck Mittelstand“ zur Erhöhung der Transparenz zwischen KMU und Banken sowie der Implementierung von Wissensbilanzen in nationalen und internationalen Projekten. Zudem arbeitet er in unterschiedlichen operativen Projekten zur Einführung von Wissensmanagement bei Industrieunternehmen und öffentlichen Einrichtungen. Die Begleitung von Wissensstrukturierungsprojekten gehört ebenso zu seinem Aufgabenbereich wie die Moderation von Workshops sowie die Leitung von Seminaren.
Ulrich  Zuber, Stab „Presse; Öffentlichkeitsarbeit; Wissensmanagement“, Bundesverwaltungsamt. Ulrich Zuber arbeitet seit 1991 in verschiedenen Organisations-, IT- und Wissensmanagementprojekten. Heute ist der Arbeits- und Themenschwerpunkt das strategische und operative Wissensmanagement, Kollaboration, Lernsysteme, Entwicklung von Konzeptsoftware sowie entsprechende Konzepte zur Umsetzung einer digitalen Transformation. In Organisationsuntersuchungen, komplexen Analysen bis zur Umsetzung in großen Organisationen und Projekten sammelte er die erforderliche Erfahrung für die Entwicklung des neuen Managementsystems: Wissen, Kommunikation und Design sind die zentralen Gestaltungsdimensionen für einen Erfolg. Als langjähriges Mitglied im Programmkomitee der KNOWTech, des Kongresses der BITKOM für Wissensmanagement und Social Media, bringt er sich in die Programmgestaltung ein. Ulrich Zuber veröffentlicht regelmäßig Beträge in Fachzeitschriften und führt Seminare und Werkstatt­gespräche zum Thema Wissens- und Veränderungsmanagement, Strategie und Corporate Identity durch.
Termin und Ort
Ort:
Tagungshotel
Berlin


Zeitraum:
18.09.2017 09:30 Uhr - 19.09.2017 17:00 Uhr

Preis
950,- Euro zzgl. MwSt.
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Februar 2017 (1)

März 2017 (45)

April 2017 (23)

Mai 2017 (39)

Juni 2017 (19)

Juli 2017 (1)

September 2017 (53)

Oktober 2017 (31)

November 2017 (55)

Dezember 2017 (9)


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